Evaluation des Projekts Jugenddialog auf Landkreisebene

Mit dem Projekt „Jugenddialoge auf Landkreisebene“ ist das Ziel verbunden, die Partizipation von Jugendlichen in den politischen Strukturen der Pilotlandkreise (Bodenseekreis, Landkreis Emmendingen, Landkreis Esslingen, Landkreis Freudenstadt, Landkreis Lörrach, Landkreis Konstanz, Landkreis Reutlingen, Rhein-Neckar-Kreis) zu fördern und damit die Landkreisebene als politischen Ort für Jugendliche zugänglich zu machen.

Thematik, Fragestellung und Methoden

Neben anderen Evaluationsschwerpunkten des Projekts mit Fokus auf die beteiligten Fachkräfte und Landrät*innen nimmt die geplante Evaluation die an den Projekten beteiligten Jugendlichen selbst in den Blick und wird diese auch partizipativ einbeziehen. Es soll erhoben werden, wie aus Sicht der beteiligten Jugendlichen partizipative Projekte und Mitgestaltung auf Landkreisebene gelingen können und inwiefern Hürden bestehen.

Da die Formate in den Landkreisen sehr unterschiedlich sind und zeitlich zum Teil weit auseinander liegen, erfordern die Fragestellungen einen triangulativen Ansatz, der sich an den Anforderungen und Zielen des Forschungsvorhabens orientiert. Durch die Kombination von quantitativen und qualitativen Methoden sollen die unterschiedlichen Herangehensweisen in den Pilotlandkreisen, die verschiedenen Prozesse, die Komplexität und die Verschränkung der verschiedenen Aspekte nachgezeichnet werden.

Der Anspruch, auch die Evaluation partizipativ zu gestalten, spricht für ein offenes und qualitatives Vorgehen, bei dem mehrere Jugendliche miteinander ins Gespräch kommen können. Geplant ist daher die Durchführung von je einer Gruppendiskussion pro Pilotlandkreis mit Jugendlichen, die an den angebotenen Partizipationsprojekten teilgenommen haben. Die Gruppendiskussionen finden je nach Landkreis vor Ort oder online statt. In den Gruppendiskussionen werden die Teilnehmenden einerseits zum Erfahrungsaustausch und andererseits zur Diskussion und zum Austausch über bestimmte Aspekte angeregt. Da die Pilotlandkreise sehr unterschiedliche Dialogformate erproben, bietet sich eine pilotlandkreisspezifische Befragung an.

Der Anspruch, ein möglichst umfassendes Feedback der beteiligten Jugendlichen zu erhalten, legt ergänzend eine niedrigschwellige Online-Fragebogenerhebung nahe. Hier sollen vor allem Teilnahmemotive und skalierbare Einschätzungen zur Prozess- und Ergebnisqualität der Beteiligungsverfahren abgefragt werden.

Die Auswertung der transkribierten Gruppendiskussionen erfolgt mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und wird durch interpretative Verfahren ergänzt. Nach der Aufbereitung der Daten der Online-Befragung werden diese zunächst deskriptiv anhand von statistischen Basiskennzahlen (Häufigkeiten, Mittelwerte etc.) beschrieben. In der vertiefenden Auswertung werden bi- und ggf. multivariate Analysen durchgeführt, bei denen u.a. Zusammenhänge zwischen zwei oder mehreren Variablen untersucht werden.

Laufzeit

Juni 2023  bis  November 2024

Kooperation/Förderung

Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart

Weitere Informationen

Projektbearbeitung

Prof. Dr. Rolf Ahlrichs

Prof. Dr.
Rolf Ahlrichs

Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit und Diakonie / Jugend- und Erwachsenenbildung

Lena Ebert

Lena Ebert

Institut für Angewandte Forschung (IAF)

Petra Sievers

Petra Sievers

Institut für Angewandte Forschung (IAF)