Zeugnisfeier der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg mit 103 Absolventinnen und Absolventen

Am Freitag feierten 103 junge Menschen mit ihren Angehörigen und Freund*innen den Abschluss ihres Bachelor- und Master-Studiums an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.“ Mit diesem Zitat von Vaclav Havel, dem ersten Staatspräsidenten der tschechischen Republik, begrüßte Rektorin Prof. Dr. Andrea Dietzsch die Absolvent*innen bei der Zeugnisfeier in der Kirche der Karlshöhe. Bis Vaclav Havel an die Macht kam war er über 30 Jahre lang Kritiker des Regimes und wurde dafür mehrere Male verhaftet. Insgesamt saß er fünf Jahre seines Lebens im Gefängnis. „Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, werden sich mit Zeit, Energie und Nerven für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Sie werden hoch professionell agieren, dass Menschen ihre Menschenrechte verwirklichen können. Sie werden Ihre Kreativität und Phantasie investieren, damit Menschen ein gutes Leben führen können. Es wird Zeiten in Ihrem beruflichen Leben geben, in denen nicht abzusehen ist, dass Ihr Handeln etwas bewirkt. Es wird Zeiten geben, an denen Sie an Ihre Grenzen kommen. Ich wünsche Ihnen die Gewissheit, dass Ihr Handeln Sinn ergibt.“

Bachelor-Zeugnisse erhielten 70 Absolvent*innen des Studiengangs Soziale Arbeit, es ist der größte Studiengang der EH Ludwigsburg, und 6 des Studiengangs Internationale Soziale Arbeit, eine Absolventin hat noch einen zweiten Bachelorabschluss mit der Partnerhochschulen in Belgien (Vives). Weitere Bachelor-Abschlüsse gab es in den Studiengängen Diakoniewissenschaften, Religionspädagogik/Gemeindepädagogik und Inklusive Pädagogik/Heilpädagogik und Pflege (ausbildungsintegriert). Ein Master-Abschluss machte eine Studentin im Studiengang Soziale Arbeit. Nach wie vor sind es mehr Frauen (80 von 103), die sich für soziale-, pädagogische und diakonisch-kirchliche Studiengänge entscheiden.

Die Feier wurde schwungvoll musikalisch umrahmt von den A Capella Ladies, die sich der Barbershop-Musik verschrieben. „Barbershops“ waren Ende des 19. Jh Orte geselliger Treffen, bei denen sich die Herren die Wartezeit gelegentlich mit spontanen Gesängen vertrieben. Inzwischen ist die Barbershop-Musik Teil der amerikanischen Kultur und seit rund 60 Jahren singen auch Frauen im Barbershop-Stil.

Eine unterhaltsame und zugleich würdige Feier. „Es erfüllt mich mit Hoffnung“, so die Rektorin, „dass Sie bei uns befähigt wurden, Verantwortung für unsere Demokratie zu übernehmen. Wir brauchen Sie: Ihre Arbeit gibt Sinn und Hoffnung.“