Generationengespräch: Silberrücken kontra Grünschnäbel

In der Reihe „Treff Soziale Arbeit“ der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, Campus Reutlingen diskutierten Eva Siegmann, Jg. 2001 und Prof. Dr. Eckart Hammer, Jg. 1954 mit Menschen verschiedener Generationen über die Generationengerechtigkeit.

Provokant lautete der Titel: Auf dem Weg zur Gerontokratie?Gesellschaftliche Konfliktlinien zwischen Jung und Alt.

Spätestens als die Frage nach der Generationengerechtigkeit in Verbindung mit weiteren Gerechtigkeitsfragen gebracht wurde, wie z.B. die zwischen Einkommensschichten oder Geschlechtern, zeigte sich, dass der Generationenkrieg eher ein Nebenschauplatz ist. Zu fragen sei deshalb: Wer profitiert vom Krieg der Generationen? Werde damit nicht vom eigentlichen Skandal der zunehmenden Armut abgelenkt? Wichtig sei es, nicht die Zukunft gegen die Vergangenheit auszuspielen, sondern gemeinsam die Fixierung der Politik auf die Gegenwart zu kritisieren. So wurde nach Verbindendem und möglichen Bündnissen zwischen Älteren und Jüngeren gesucht. Einig waren sich die Diskutierenden, dass es vermehrt Räume und Foren braucht, in denen sich junge und ältere Menschen gemeinsame Strategien entwickeln können. Dass Angehörige des Reutlinger Jugendgemeinderats und des KreisSeniorenRats Reutlingen mitveranstaltet und mitdiskutiert haben, war ein Schritt in diese Richtung. „Wir müssen dringend etwas tun; wir sollten als ältere Generation mitdemonstrieren und wir sollten auch eigene Formen entwickeln“, so das Abschlussplädoyer von Prof. Hammer. Frau Siegmann plädierte dafür, jungen Menschen mehr Mitsprache einzuräumen; sind sie präsenter in Parlamenten, kommen auch mehr Themen der jüngeren Generation vor, was wiederum zu mehr Wahlbeteiligung der Jüngeren führen könne. In Bezug auf die Klimakrise war ihr Statement: „Es ist am besten, wenn die Klimakrise von allen Generationen angegangen wird.“

GEA, 17.01.2020