Professionalität an den Schnittstellen unterschiedlicher Handlungsfelder – Eine rechtskreisübergreifende Betrachtung vom Ausgangspunkt des Handlungsfeldes der Sozialpsychiatrie
Das Dissertationsvorhaben zielt darauf ab, die komplexe Dynamik und die spezifischen Herausforderungen der Herstellung von Professionalität in den einzelnen Handlungsfeldern und an den Schnittstellen verschiedener Handlungsfelder der Sozialen Arbeit zu untersuchen, wobei der Ausgangspunkt im Handlungsfeld der Sozialpsychiatrie liegt.
In einer zunehmend ausdifferenzierten und von Kooperationen geprägten Praxis stellt sich die Frage, wie Professionalität in unterschiedlichen Praxisfeldern und an den Schnittstellen hergestellt wird und ob und inwiefern die Schnittstellenarbeit spezifische Anforderungen an die Kooperation und das professionelle Handeln stellt.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung haben das Potenzial, die theoretische Basis der Professionalitätsforschung zu erweitern und zugleich praxisnahe Handlungsempfehlungen zu generieren. Insbesondere könnten sie zur Entwicklung von Angeboten beitragen, die den Bedarfen von Klient*innen gerecht werden, die sich in komplexen Schnittstellenkontexten befinden und die von traditionellen Angeboten oft nicht ausreichend erreicht werden. Somit ist die Forschung nicht nur für die Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit im Sinne von Theorieentwicklung im Kontext der Professionsforschung von hoher Relevanz, sondern auch für die gesellschaftliche und politische Gestaltung wirkungsvoller sozialer Hilfesysteme.
Das Projekt läuft von Januar 2025 bis Dezember 2027 im Rahmen des Projekts E(H)Laboriert.
Thematik, Fragestellung und Methoden
Die Methodik dieses Projekts umfasst eine umfassende Datenerhebung durch die Triangulation von drei verschiedenen qualitativen Forschungszugängen: Gruppendiskussionen mit Fachkräften, konversationsanalytische Auswertungen von Beratungs- und/oder Informationsgesprächen sowie episodische Interviews mit Adressat*innen. Projektbegleitend und den Verlauf reflektierend sollen Fokusgruppen mit Professionellen stattfinden.
Diese umfassende Methodenkombination ermöglicht es, ein breites Spektrum an Perspektiven auf Professionalität in den einzelnen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und an deren Schnittstellen zu gewinnen und die Komplexität des Phänomens fundiert zu erfassen.


