Professor Wolfram Schmidt-Hackenberg

Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg trauert um Professor Wolfram Schmidt-Hackenberg (1926 – 20.07.2020).

Prof. Schmidt-Hackenberg lehrte seit 1967 zunächst an der landeskirchlichen Höheren Fachschule für Sozialarbeit Ludwigsburg und seit 1973 an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen zunächst als Fachschulrat dann als Professor. Nach einer Ausbildung zum Betriebswerbeassistent und der Tätigkeit als Werbeberater absolvierte er 1954 bis 1957 die Ausbildung zum staatlich anerkannten Fürsorger am Seminar für soziale Berufsarbeit in Frankfurt. Danach arbeitete er als Sozialarbeiter und von 1960 bis 1967 als Jugendbildungsreferent an der Evangelischen Akademie Bad Boll.
Wolfram Schmidt-Hackenberg wurde 1967 an die damalige Höhere Fachschule für Sozialarbeit der Evangelischen Landeskirche für die Fachgebiete Politikwissenschaft, Praxisanleitung und Gruppenpädagogik berufen. Nach der Zusammenlegung der Höheren Fachschule Ludwigsburg (im Prozess zur Fachhochschule) und der Höheren Fachschule Reutlingen (ebenfalls im Prozess zur Fachhochschule) übernahm Herr Schmidt-Hackenberg, der inzwischen noch ein Studium der Erziehungswissenschaften / Sozialpädagogik absolvierte, zusätzlich Lehrveranstaltungen im Fach Soziologie sowie erstmals 1983 (!!!) Seminare zum Thema „Computer in der Sozialen Arbeit“. Er betrat in diesem Bereich Neuland und entwickelte eine „Informatik für soziale Arbeit“.
In den 1980er Jahren hat er als Prorektor maßgeblich in der Selbstverwaltung der Fachhochschule mitgewirkt. Seine Lehr- und Entwicklungstätigkeit war für die Fachhochschule, die Diakonie und die Studierenden wichtig und sehr erfolgreich.

In ehrendem Gedenken und in der Gewissheit der Auferstehung und der Güte Gottes nehmen wir von ihm Abschied.

Prof. Dr. Norbert Collmar, Rektor

 

Dr. Albert Sting

Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg trauert um Dr. Albert Sting (7. Mai 1924 – 9. August 2020).

Dr. Sting lehrte seit 1971 an der Vorgängereinrichtung der Evange-lischen Hochschule Ludwigsburg, der Kirchlichen Ausbildungsstätte für Diakonie und Religionspädagogik der Karlshöhe Ludwigsburg, Psychologie und Theologie. Er war zugleich Ausbildungsleiter der Diakoninnen- und Diakonenausbildung in einer Zeit als die Weichen neu gestellt wurden und die gesellschaftliche Modernisierung der Nach-68er Jahre auch auf die kirchliche Ausbildung Wirkung zeigte. Dr. Albert Sting war der richtige Mann in der richtigen Zeit am richtigen Ort!

Nach dem Abitur, dem Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft studierte er ab 1949 Theologie und Psychologie und promovierte mit einer persönlichkeitspsychologischen Dissertation zum Dr. phil. Nach Jahren des Pfarrdienstes in Waiblingen und Ludwigs¬burg wurde er 1971 an die neu strukturierte Diakonenausbildung berufen, die fortan durch die Eingliederung der Gemeindehelferinnenausbildung Denkendorf auch für Frauen geöffnet war. In das Aufnahmeverfahren für die zukünftigen Diakoninnen und Diakone integrierte er psychologische Eignungstests, von denen die Ehemaligen bis heute erzählen.

1979 wurde er zum Direktor der ganzen Karlshöhe Ludwigsburg berufen und verant-wortete die Diakoninnen- und Diakonenausbildung von höherer Warte. In dieser Zeit wurde – von ihm stark gefördert – noch der Ausbildungsgang „Pflegediakonie“ entwickelt und wiederaufgebaut. Dieser trat neben die Fachbereiche „Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit“, „Gemeindediakonie“, „Religionspädagogik“ und „Soziale Diakonie / Anstaltsdiakonie“.  

In die Landeskirche hat er durch eine Vielzahl von zumeist psychologisch orientierten Vorträgen gewirkt. Sein großer publizistischer Schwerpunkt in der Zeit seines Ruhe¬standes war die Geschichte der Stadt Ludwigsburg und auch hier bearbeitete er immer wieder deren soziale bzw. antirassistische Seite. Sein weiter Horizont und die reflektierten menschenverachtenden Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus ließen ihn verschiedenste Initiativen und Arbeitsfelder anstoßen bzw. fördern z.B. Verein Untere Stadt Ludwigsburg, Förderverein Zentrale Stelle zur Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen, Förderverein Stadtkirchen¬orgel aber auch Evangelischer Landesverband für Kindertagesstätten, Evangelischen Kinderrettungsverein, Gremien des Diakonischen Werkes in Württemberg und der Evangelischen Heimstiftung – allesamt evangelisch, diakonisch und philanthropisch motiviert. Seine Lehr-, Entwicklungs- und Leitungsaufgaben waren für die Diakoninnen- und Diakonenausbildung und für die Studierenden von christlichem Glauben und großer Humanität geprägt. Dr. Albert Sting war ein kluger und arbeitsfreudiger, liebens-würdiger und knitzer Christenmensch und Menschenfreund.

In ehrendem Gedenken und in der Gewissheit der Auferstehung und der Güte Gottes nehmen wir von ihm Abschied.
Prof. Dr. Norbert Collmar, Rektor