Zwischen Kindern, Kirche und Karriere – Kirche und Familien heute

Gefördert von Mitteln der Evangelischen Landeskirche in Württemberg untersucht ein Forschungsteam an der EH Ludwigsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Johanna Possinger, welche Bedarfe Familien in unterschiedlichen Lebenslagen gegenüber kirchlichen Angeboten haben, wo Lücken und Zugangsbarrieren bestehen und wie die Erreichbarkeit vorhandener Angebote für bislang wenig erreichte Familien verbessert werden könnte.

Thematik, Fragestellung und Methoden

Familien stehen heute in ihrer Lebensführung zunehmend unter Druck. Die Lebensläufe von Frauen und Männern werden dynamischer. Zwar wachsen die meisten Kinder bei miteinander verheirateten Ehepaaren auf, der Anteil der Alleinerziehenden, nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften, Stieffamilien und Regenbogenfamilien steigt jedoch seit Jahren an. Daneben verzeichnet die Familienforschung auch einen Anstieg sozialer Ungleichheit zwischen unterschiedlichen Familienformen. Auch aus Gründen der Armutsvermeidung sind in den meisten Paarfamilien heute beide Eltern erwerbstätig. Für beide stellt sich damit die Herausforderung, die familiäre Sorgeverantwortung mit den beruflichen Aufgaben zu vereinbaren.

Für Kirche und Diakonie sind Familien zentraler Bezugspunkt ihres Handelns. Angebote unterstützen Eltern bei der Betreuung, Erziehung und Bildung ihrer Kinder, stellen Beratung bei Erziehungs- und Partnerschaftsfragen bereit, entlasten in Notsituationen und bieten Raum für Gemeinschaft und Begegnung. Zudem begleiten kirchliche Kasualien Familien auf ihrem Lebensweg (Taufe, Hochzeit etc.). Gerade vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Alltagsrealität von Familie stellt sich die Frage, wie Familien – in all ihrer Vielfalt – von Kirche und ihrer Diakonie unterstützt werden können. Welche Kirche brauchen Familien heute? Welche Rolle spielen Kirche und Diakonie im Alltag der Familien? Inwiefern fühlen sich Familien von Kirchen angesprochen und in ihrem Lebensmodell unterstützt?

Mithilfe qualitativer Verfahren werden in einem ersten Schritt Familien zur diesen Forschungsfragen untersucht, um die jeweiligen Wünsche und Erwartungen an kirchliche Arbeits- und Angebotsformen zu erfragen. Im Fokus der Befragungen stehen dabei sowohl Familien, die kirchliche Angebote nutzen, als auch Familien, die dies nicht tun.

Der zweite Schritt richtet den Blick mithilfe qualitativer (Gruppen)-Interviews auf Haupt- und Ehrenamtliche aus verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern, um Gelingensfaktoren kirchlicher Familienarbeit in Erfahrung zu bringen. Die Auswahl der Befragten erfolgt nach dem „theoretical sampling“ der Grounded Theory und dem Prinzip der maximalen strukturellen Varianz.

Laufzeit

Februar 2020  bis  Juli 2022

Bilder

Adobe stock@nataliaderiabina

Projektbearbeitung


Prof. Dr. Johanna Possinger

Frauen- und Geschlechterfragen in der Sozialen Arbeit
Stellvertretendes Mitglied Ethikkommission

Modulbeauftragte "Genderperspektiven"
Modulbeauftragte "Projektstudium"

Standort
Ludwigsburg
Gebäude
D
Raum
2.09
Telefon
0151-12095964

Jannika Alber, M.A.

Akademische Mitarbeiterin

Standort
Ludwigsburg
Gebäude
D
Raum
2.05
Telefon
(07141) 9745-331

Michael Pohlers

Projekt Kirche und Familie

Standort
Ludwigsburg
Gebäude
D
Raum
2.05
Telefon
(0711) 45804-73