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Geschichte und Trägerschaft

Willkommen beim geschichtlichen Überblick!

 

Seit die württembergische Landeskirche 1998 die Neukonzeption ihrer Fachhochschularbeit beschloss, wurde die Evangelische Hochschule Ludwigsburg („EH“) auf den Weg gebracht. Die Zusammenführung von Reutlinger und Ludwigsburger Ausbildungstraditionen kann als „schwere Geburt“ bezeichnet werden – aber wie bei manch anderer schwerer Geburt: Das Ergebnis ist bemerkenswert. Das Kind ist schön. Die Evangelische Hochschule kann sich sehen lassen: An der EH können Sie heute Diakoniewissenschaft, Frühkindliche Bildung und Entwicklung, Religionspädagogik und Soziale Arbeit studieren. Heilerziehungspflege wird bald dazu kommen.

Die EH steht über ihre Vorläuferinstitutionen in einer langer Tradition sozialen und diakonischen Engagements in Württemberg und verbindet die Impulse der Inneren Mission des 19. Jahrhunderts mit denen der Diakonie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentiert Professionalisierung in diakonischen und sozialen Berufen seit 1876.


Der Blick in die Geschichte ist so spannend wie in aller Kürze darzustellen schwierig. Ausbildungsstätten, Schulen, Fachschulen und Fachhochschulen aus privater bzw. kirchlicher Trägerschaft haben sich zusammen- geschlossen, wurden in Württemberg durch oberkirchenrätliche bzw. synodale Beschlüsse zusammen geführt. Es waren nicht immer „Liebesheiraten“. Aber so wurde, was heute ist.


Reutlinger Tradition

 

Schule, höhere Fachschule, Fachhochschule

Im Herbst 1999 wurde die Reutlinger „Evangelische Fachhochschule für Sozialwesen“ in die Trägerschaft der Württembergischen Landeskirche übernommen. Diese Fachhochschule, die in der Reutlinger Region gut verankert war und erfolgreich ausgebildet hatte, gab nun der Karlshöher Diakonenausbildung Raum in ihrem Studienprogramm und wurde nach Ludwigsburg an die neu konstituierte „Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg“ verlegt.

Die „Reutlinger Geschichte“ begann am 8. April 1953. Der „Landesverband der Evangelischen Erziehungsanstalten“ bzw. „Hausväter- konferenz“ hatte angesichts gravierender Mängel in der Heimerziehung den Weg zur Gründung einer Heimerzieher- innenschule (im Protokoll unterstrichen) und weiterer Professionalisierung eingeschlagen. 1954 wird dann die „Evangelische Heimerzieherschule“ in Reutlingen in Zusammenarbeit mit der BruderhausDIAKONIE Reutlingen (damals: „Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus“) gegründet. Zielgruppe waren „gute Volksschülerinnen mit sozialer Ader“, mindestens 18 Jahre alt. Sie sollten auch eine gründliche Ausbildung in der Hauswirtschaft erhalten. Großer Wert wurde auf die vorangehende Berufsausbildung/ Berufstätigkeit gelegt. Im Lehrplan wurde heilpädagogische Erziehung verankert. Es folgte der kontinuierliche, akademische Ausbau: 1962 wurde die Heimerzieher- innenschule „höhere Fachschule für Sozialpädagogik“ und 1971 staatlich anerkannte „Evangelische Fachhochschule für Sozialwesen“ .

 

Ludwigsburger Tradition

 

Aus „Brüdern“ werden Diakone, aus „Gemeindehelferinnen“ Diakoninnen

1876 wird in Ludwigsburg auf Initiative der „Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission“ sowie unter Protektorat und maßgeblicher finanzieller Beteiligung von Karl von Württemberg und seiner Frau Olga die „Brüder- und Kinderanstalt Karlshöhe“ gegründet.

Evangelische Schule für Heimerziehung, 1954
Evangelische Hochschule Ludwigsburg, 2009

 

Vorläufereinrichtung war die seit 1825 in Ludwigsburg bestehende Kinderrettungsanstalt „Mathildenstift“.

Als Vorbilder für die Brüder- und Kinderanstalt diente die von Beuggen ausgehende süddeutsche Rettungshausbewegung sowie das 1833 von Johann Hinrich Wichern in Hamburg gegründete „Rauhe Haus“.

1908 beschließt der Karlshöher Verwaltungsrat die Gründung einer eigenen Krankenpflege- schule, die 1909 staatliche Anerkennung erhält.

Ab 1919 wird Ausbildung auf der Karlshöhe als „Fachschule für Wohlfahrtspflege“ geführt.

Die Spezialisierung führt 1926 zur Einführung einer ersten „Gemeindehelferprüfung“. Karlshöher Diakone werden zunehmend in evangelischen württembergischen Kirchengemeinden eingesetzt. Ein neues Berufsbild entsteht: Anstellung im kirchlichen Gemeindedienst wird möglich.

1930 wird mit Ernst Friederich erstmals ein Brüderhelfer und Brüderältester auf der Karlshöhe berufen. Zu seinen Aufgaben gehören Unterricht im Unterkurs, Andachten, Bibelstunden und Verwaltungstätigkeit. Seit 1931 wird die Voraussetzung geschaffen, dass junge Männer eine staatlich anerkannte „Wohlfahrtspfleger-Ausbildung“ absolvieren können.

1951 wird die „Kirchliche Wohlfahrts- pflegerinnenschule und Soziale Frauenschule Wernau“ (mit Vorläufereinrichtungen von. 1911, 1930 und 1947) übernommen und mit der Wohlfahrtspflegerschule der Karlshöhe in landeskirchlicher Trägerschaft zusammengelegt.

1950 wird das „Katechetische Seminar“ der Landeskirchen „in seinem männlichen Zweig“ der Karlshöhe in Ludwigsburg übertragen. Künftige Katecheten werden in Verbindung mit der Diakonenausbildung qualifiziert.

1956 richtet die evangelische Landeskirche in Württemberg im Paulusweg 6 in Ludwigsburg die „Höhere Fachschule für Sozialarbeit“ ein.

1971 wird die Karlshöher Diakonenschule umbenannt in „Kirchliche Ausbildungsstätte für Diakonie und Religionspädagogik“ und für Frauen („Diakoninnen“) geöffnet. Die bisherige Ausbildung des „Diakonieseminares Denkendorf“ (für Frauen als „Gemeindehelfer- innen“) wird auf der Karlshöhe fort gesetzt.

 

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