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Geschichte und Trägerschaft

Willkommen beim geschichtlichen Überblick!

Die „EH“ (Evangelische Hochschule Ludwigsburg), an der Sie Soziale Arbeit, Diakoniewissenschaft, Religionspädagogik sowie Frühkindliche Bildung und Entwicklung studieren können, Heilerziehungspflege wird bald dazu kommen, steht in langer Tradition sozialen und diakonischen Engagements in und für Württemberg und verbindet die Impulse der Inneren Mission des 19. Jahrhunderts mit denen der Diakonie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentiert Professionalisierung in diakonischen und sozialen Berufen seit 1876.

Das Ergebnis ist bemerkenswert. Die Evangelische Hochschule kann sich sehen lassen. Der Blick in die Geschichte ist so spannend wie in aller Kürze darzustellen schwierig. Ausbildungsstätten, Schulen, Fachschulen und Fachhochschulen aus privater bzw. kirchlicher Trägerschaft haben sich freiwillig zusammengeschlossen, wurden in Württemberg durch landeskirchliche bzw. synodale Beschlüsse auch unfreiwillig zusammen geführt. Es waren nicht immer „Liebesheiraten“.

1998 beschließt die Württembergische Landeskirche die Neukonzeption der Fachhochschularbeit. Die 1954/56 in Reutlingen als „Evangelische Fachschule für Sozialarbeit“ in enger Zusammenarbeit mit der Gustav-Werner Stiftung (heute: BruderhausDIAKONIE) entstandene Ausbildungsstätte, die 1962 als höhere Fachhochschule für Sozialpädagogik und 1971 als „Evangelische Fachhochschule für Sozialwesen“ staatlich anerkannt worden war, wurde Herbst 1999 in die Trägerschaft der Landekirche übernommen. Diese Fachhochschule, die in der Reutlinger Region gut verankert war und erfolgreich ausgebildet hatte, gab nun der Karlshöher Diakonenausbildung Raum in ihrem Studienprogramm und wurde nach ziemlichen Auseinandersetzungen nach Ludwigsburg an die neu konstituierte „Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg“ verlegt.

Die Hochschule führt seit 1999 den Namen „Evangelische Hochschule Ludwigsburg“.

1995 erlässt die Synode der Württembergischen Landeskirche ein Diakonengesetz, wonach die Ausbildung auf der Karlshöhe in Ludwigsburg als Regelausbildung gilt.

1971 wird die Karlshöher Diakonenschule umbenannt in „Kirchliche Ausbildungsstätte für Diakonie und Religionspädagogik“ und für Frauen („Diakoninnen“) geöffnet. Die bisherige Ausbildung des „Diakonieseminares Denkendorf“ (für Frauen als „Gemeindehelferinnen“) wird auf der Karlshöhe fort gesetzt.

1962-1970 wird die Ausbildung an der „Höheren Fachschule für Sozialarbeit“ in Reutlingen kontinuierlich ausgebaut.

1956 richtet die evangelische Landeskirche in Württemberg im Paulusweg 6 in Ludwigsburg die „Höhere Fachschule für Sozialarbeit“ ein.

1950 wird das „Katechetische Seminar“ der Landeskirchen „in seinem männlichen Zweig“ der Karlshöhe in Ludwigsburg übertragen. Künftige Katecheten werden in Verbindung mit der Diakonenausbildung qualifiziert.

Am 8. April 1953 tagte der „Landesverband der Evangelischen Erziehungsanstalten“ bzw. „Hausväterkonferenz“ und schlug angesichts gravierender Mängel in der Heimerziehung den Weg zur Gründung einer Heimerzieherinnenschule (im Protokoll unterstrichen) und weiteren Professionalisierung ein.

Evangelische Schule für Heimerziehung, 1954
Evangelische Hochschule Ludwigsburg, 2009

 

1954 wird dann die „Evangelische Heimerzieherschule“ in Reutlingen in Zusammenarbeit mit der BruderhausDIAKONIE Reutlingen (damals: „Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus“) gegründet. Zielgruppe waren „gute Volksschülerinnen mit sozialer Ader“, mindestens 18 Jahre alt. Sie sollten auch eine gründliche Ausbildung in der Hauswirtschaft erhalten. Großer Wert wurde auf die vorangehende Berufsausbildung/ Berufstätigkeit gelegt. Im Lehrplan wurde heilpädagogische Erziehung verankert

1951 wird die „Kirchliche Wohlfahrtspflegerinnenschule und Soziale Frauenschule Wernau“ (mit Vorläufereinrichtungen von. 1911, 1930 und 1947) übernommen und mit der Wohlfahrtspflegerschule der Karlshöhe in landeskirchlicher Trägerschaft zusammengelegt.

1930 wird mit Ernst Friederich erstmals ein Brüderhelfer und Brüderältester auf der Karlshöhe berufen. Zu seinen Aufgaben gehören Unterricht im Unterkurs, Andachten, Bibelstunden und Verwaltungstätigkeit. Seit 1931 wird die Voraussetzung geschaffen, dass junge Männer eine staatlich anerkannte „Wohlfahrtspfleger-Ausbildung“ absolvieren können.

Die Spezialisierung führt 1926 zur Einführung einer ersten „Gemeindehelferprüfung“. Karlshöher Diakone werden zunehmend in evangelischen württembergischen Kirchengemeinden eingesetzt. Ein neues Berufsbild entsteht: Anstellung im kirchlichen Gemeindedienst wird möglich.

Ab 1919 wird Ausbildung auf der Karlshöhe als „Fachschule für Wohlfahrtspflege“ geführt.

1908 beschließt der Karlshöher Verwaltungsrat die Gründung einer eigenen Krankenpflegeschule, die 1909 staatliche Anerkennung erhält.

1876 wird in Ludwigsburg auf Initiative der „Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission“ sowie unter Protektorat und maßgeblicher finanzieller Beteiligung von Karl von Württemberg und seiner Frau Olga die „Brüder- und Kinderanstalt Karlshöhe“ gegründet. Vorläufereinrichtung war die seit 1825 in Ludwigsburg bestehende Kinderrettungsanstalt „Mathildenstift“.

Als Vorbilder für die Brüder- und Kinderanstalt diente die von Beuggen ausgehende süddeutsche Rettungshausbewegung sowie das 1833 von Johann Hinrich Wichern in Hamburg gegründete „Rauhe Haus“.

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